20Mai2018

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Was sind Vitamine fürs Herz? Zusätzlich zur physischen Hilfe ist für uns die geistige Unterstützung ebenso von großer Bedeutung. „Vitamine fürs Herz“ ist der Titel einer Reihe, in der wir monatlich neue Beiträge veröffentlichen. Die Vitamine sind Zusammenstellungen aus Textauszügen, die wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auf unserer Webseite präsentieren dürfen. Da wir von Lesern so gute Reaktionen darauf bekommen, möchten wir sie hier teilen und hoffen, dass sie so auch vielen anderen große Freude bringen können.
Vitamine fürs Herz

Zu Ehren meiner Eltern

Von W. Schmidt:

Wo wären wir ohne unsere Eltern? Nun, offensichtlich würden wir nicht hier sein. Oft schätzen wir jemanden mehr, wenn wir sie nicht mehr bei uns haben. Genauso fühlte ich mich, nachdem meine Mutter beerdigt wurde nur 3 Wochen nach meinem Vater. Auf diese Weise wurde der letzte Wunsch in ihrem Leben erfüllt, dass wenn einer von ihnen geht, der andere bald folgen könne.

Es war sehr bewegend Abschied an ihrem Grab zu nehmen. Auch wenn viele der Anwesenden und ich glauben, dass sie in der geistigen Welt weiterleben, war es eine große Veränderung, ein Schnitt, ein Verlust, sie nicht mehr in ihrer physischen Präsenz um uns zu haben. Gleichzeitig war es ein Lernprozess und eine aufbauende Erfahrung in vielerlei Hinsicht.

Zum einen wurden eine Menge guter Erinnerungen geteilt. Unsere Eltern waren wunderbare Menschen und hatten eine schöne lange Lebenszeit, 101 + 99 Jahre, 75 Jahre verheiratet. Selbst wenn jemand nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, kann er sehen, wie sie in ihren 7 Kindern, 19 Enkeln und bisher 19 Urenkeln weiterleben.

Meine Frau Lenka fand ihren Glauben an Gott, als ihre Großmutter starb. Es war zur Zeit des Kommunismus und unter diesem Regime glaubten weder sie noch ihre Familie an Gott oder an irgendetwas Geistiges. Da Lenka ihre Großmutter sehr lieb hatte, war sie sehr traurig, als sie gestorben war. Also fragte sie ihre Eltern, wo ihre Großmutter jetzt sei. Die Antwort: „Sie ist nicht mehr da, sie ist weg.“ Aber sie konnte nicht glauben, dass sich so eine liebe Frau einfach ins Nichts auflösen würde. So wollte sie herausfinden, wo sie jetzt ist und entdeckte langsam, dass es mehr im Leben gibt als wir mit unseren physischen Augen sehen. Es öffnete ihre Augen zur geistigen Welt, und nach einiger Zeit entdeckte sie und glaubte an Gott.

Meine Eltern glaubten an Gott ihr ganzes Leben. Man konnte es in ihrer positiven Lebenseinstellung sehen, in der Art, wie sie sich um andere kümmerten und Kinder liebten, und nicht nur ihre eigenen. Ihre Türen waren immer offen für Besucher. Sie liebten die Menschen und wurden von ihnen geliebt. Es war eine große Schar, die zur Beerdigung kam.

Mein Vater konnte als Arzt im 2. Weltkrieg viele Menschenleben aus den Händen der Nazis retten. Als Gynäkologe hat er tausende von Babys entbunden und liebte Kinder so sehr. Ein enger Freund unserer Familie, deren Kinder alle von ihm entbunden wurden, sagte mir, was für ein tolles Erlebnis jede Geburt mit seiner Hilfe war. Sie erzählte mir auch, was eine Schwester im Krankenhaus ihr sagte. Wenn eine Frau ihr Baby nicht haben wollte, nahm mein Vater das Baby nach der Geburt in seine Arme, lief mit ihm herum, sprach zu ihm und tat sein bestes, diesem Kind ein herzliches Willkommen in seinem neuen Leben zu geben.

Meine Mutter war bescheiden, demütig, mit einer enormen Menge Geduld, Toleranz und Akzeptanz für andere. Sie konnte jedem zuhören über alles, was auf ihrem Herzen lag. Selbst bis zum Ende konnte sie Schmerzen ertragen ohne sich zu beschweren. Als sie an ihrem Rücken, ihren Beine und Füßen offene Wunden vom Liegen im Bett hatte und man sie fragte, wie es ihr geht, sagte sie wie immer: „Mir geht’s gut“. Sie beklagte sich nie! Ich glaube, diese Stärken kamen von der engen Verbindung, Liebe und Hingabe meiner Eltern zu Gott.

Als ich sie in den letzten Tagen ihres irdischen Lebens sah, machte ich mir Gedanken über mein eigenes Leben, wie es damit steht. Es gab mir zu denken, was ich mit meinem Leben mache. Was ist mein Ziel im Leben? Erreiche ich meine Ziele? Zu einer Zeit wie dieser wird uns bewusst, wie kurz unser Leben ist. Als Billy Graham vor ein paar Jahren in seinem hohen Alter gefragt wurde, was ist die größte Überraschung, die er über das Leben gefunden hat, antwortete er: „Die Kürze davon!“ Als ich mit einem meiner Freunde vor kurzem darüber sprach, wie das Leben unserer Eltern ihrem Ende zuging, sagte er: „Wir sind die nächsten!“

Es ging so schnell, vor allem zum Schluss. Eine Nachbarin meiner Eltern erzählte mir, wie sie meinen Vater noch im Frühling sah, als er mit der großen Gartenschere starke Äste vom Efeu an ihren Zaun abschnitt. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde, als ich sie noch vor ein paar Monaten in ihrem eigenen Haus sah. Es hilft mir anderen Menschen mehr Liebe und Wertschätzung zu zeigen, wenn ich Gelegenheit dazu habe, da ich nicht weiß, wann ich sie wiedersehen werde.

Zu sehen wie meine Eltern immer hilfloser wurden, erinnerte mich daran, wie Babys wachsen, nur in umgekehrter Richtung. Wenn Babys auf die Erde kommen, sind sie völlig hilflos und müssen lernen zu essen, reden, laufen usw. Wenn die Menschen ans Ende ihres Lebens kommen, hören sie langsam auf genau diese Dinge zu tun. Sie bereiten sich darauf vor, ihren Körper zu verlassen und in die geistige Welt zu gehen, wo ihre Seele weiterlebt, wie ein Schmetterling seine Puppe verlassen muss, um eine schöne neue Kreatur zu werden. Oder wie ein Samenkorn in die Erde fallen und sterben muss, bevor es zu einer neuen Pflanze wachsen kann, so müssen unsere physischen Körper sterben, um ein neues Leben in der nächsten Welt zu beginnen.

Beide meiner Eltern glaubten an das ewige Leben mit Gott, der sie geschaffen hatte. Als der Priester das Requiem zu ihrer letzten Ehre hielt, gestaltete er alles sehr positiv. Er nannte es die Auferstehungs-Messe und betonte, wie die beiden bei uns seien. Es erinnert mich an das, was der große Evangelist Moody in seiner lebhaften Art und Weise sagte: "Eines Tages werdet Ihr in den Zeitungen lesen, dass D.L. Moody aus East Northfield tot sei. Glaubt nicht ein Wort davon! In dem Moment werde ich lebendiger sein als ich es jetzt bin. Ich werde eine Stufe höher gegangen sein, das ist alles; aus diesem alten irdischen Mietshaus in ein Haus, das unsterblich ist, ein Körper, den der Tod nicht berühren kann."

Nach den Feierlichkeiten trafen sich Familienmitglieder, die aus 7 verschiedenen Ländern gekommen waren, und enge Freunde aus der Gegend in einem Restaurant für etwas Gemeinschaft zusammen. Es war eine schöne Zeit, wo man sein Herz miteinander teilen und sich näher kommen konnte. Die Tränen am Grab wurden durch Trost, liebevolle Gespräche und erneuerte Freundschaft ersetzt. Auf dem Heimweg konnte man den Segen des ganzen Erlebnisses spüren und sich in seinem Leben über neuen Mut, neue Hoffnung und Kraft erfreuen. Traurigkeit war in Freude verwandelt. Ich glaube, unsere Eltern werden uns von der anderen Seite noch mehr helfen als sie es auf Erden gemacht haben. Ich empfinde wie Paulus in 1. Kor 15.55 schrieb "Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?"

Copyright © 2015 W. Schmidt



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