25September2018

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Mit unseren Jahresberichten geben wir seit 2000 jährlich einen Überblick über die Fortschritte unserer Projekte. Neben zusammenfassenden Berichten zum aktuellen Projekt umfasst diese Rubrik auch bereits abgeschlossene Projekte. Dadurch wird der Werdegang der „Aktiven Direkt Hilfe“ in Afrika nachgezeichnet. Zu unserem aktuellen Projekt veröffentlichen wir zusätzlich regelmäßig die neusten Entwicklungen im Detail.

Jahresberichte
Nov 2011

Der Verstädterung entgegenwirken – Hilfe für die Dörfer

Die humanitäre Hilfe konzentriert sich vor Allem auf die gut erschlossenen Gebiete des Kongos – die großen Städte. Die ländlichen Regionen werden dabei nicht bedacht. Aus diesem Grund haben wir für unser neues Schulprojekt im Landesinneren einen Baukostenzuschuss von der Deutschen Botschaft erhalten.

Nach dem neuesten jährlichen statistischen Überblick des „Human Development Index“ der UN hat Kongo DRC den niedrigsten Lebensstandard von 187 Ländern. Statistiken sind sehr schwer zu finden hier, aber man schätzt, dass nur ca. 60% der Kinder zur Schule gehen, wofür die Eltern Gebühren bezahlen müssen. 70% der Bevölkerung leben im unterentwickelten Landesinneren, was man den Busch nennt, wo Armut und Analphabetismus am extremsten sind.

Kaum jemand möchte dort hingehen und helfen, weil die Situation und Umstände so schwierig sind. Die meisten Hilfsorganisationen arbeiten in und um Kinshasa oder in Städten des vom Krieg belasteten Ostens. Der Rest des Landes ist sich ziemlich selbst überlassen. Es fehlt an einfachster Infrastruktur wie richtigen Straßen, wodurch bestimmte Güter extrem verteuert werden. Ein Sack Zement in Kinshasa z.B. kostet 14 $, in Tshikapa 39 $, und dann muss er noch ins Dorf transportiert werden. Ein Liter Diesel in Kinshasa kostet 1.4 $, in Tshikapa 3 $. Die Leute ziehen in die Städte, da dort das Geld zirkuliert, aber wenn sie ankommen, finden die meisten keinen Job und enden in Armut. Kinshasa wächst an allen Ecken und Enden, da sich die Landflüchtigen dort niederlassen und auf ein besseres Leben hoffen. Doch stattdessen wachsen die Probleme.

Wir haben ein ausgesetztes neugeborenes Baby adoptiert, aber es werden ständig neue Babys ausgesetzt, weil manche Leute in so eine Notlage geraten, dass sie nicht wissen, was sie machen sollen. Im Gegensatz dazu sagten uns die Leute im Busch, dass sie ihre Kinder nicht aussetzen würden. In Kinshasa gibt es mehr als 70 Waisenhäuser mit insgesamt ca. 4000 Waisenkindern und man schätzt etwa 17000 Straßenkinder.

Ungefähr 80% der Menschen haben keine richtige Arbeit. Wir hörten von Häusern, in denen vier Familien zusammenleben, ein Zimmer pro Familie einschließlich all ihrer Kinder, mit einer Küche, einer Toilette und einem Wohnzimmer für alle. Wenn ihre Kinder aufwachsen, ziehen sie oft auf die Straße und Mädchen prostituieren sich sehr jung. Manchmal leben ganze Familien auf der Straße, weil sie keine andere Bleibe finden.

Wie können wir diesen Trend stoppen, es sei denn, wir packen an der Wurzel an? Trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse hoffen wir ein Beispiel zu setzen, dass man etwas ändern kann. Unser Ziel ist nicht nur eine gebührenfreie Schule mit einem Landwirtschaftsprojekt im Busch aufzubauen, sondern den Dorfbewohnern zu helfen einen neuen Ausblick auf ihr Leben zu bekommen und direkt vor Ort Veränderungen für sie herbeizuführen. Gleichzeitig versuchen wir einflussreiche und zahlungskräftige Menschen dazu zu gewinnen, weitere Farmen und Schulen zu gründen.

Während wir in Europa unterwegs waren, um mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für dieses Projekt zu generieren, begannen Michel, Marc und ihr Team auf der Farm in Mushapo mit den Finanzen, die wir hierfür erhalten hatten, das Material für den Schulbau zu kaufen und vorzubereiten. Sie produzierten 14000 Backsteine, aus Ton gefertigt und gebrannt, um sie zu härten. Sie haben das Land für das Gebäude vermessen und gerodet und Holz für das Dach und Fundament vorbereitet. Wir warten nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, den Zement zu kaufen, da er im Moment zu teuer ist. Im Januar planen wir mit Michel nach Mushapo zu gehen, um die Bauarbeiten zu beaufsichtigen.

Das aktuelle Video zu unserem Schulprojekt in Mushapo (2011) und das neue Interview mit München TV zählen zu den diesjährigen medialen Errungenschaften. Unserer besonderer DANK geht an die deutsche Botschaft in Kinshasafür ihren Baukostenzuschuss für das Material! Als Begründung für ihre Unterstützung gaben sie an: „Wir haben den Eindruck gewonnen, dass Ihr Projekt gut durchdacht ist. Außerdem liegt es in einer Gegend, die ansonsten mit sehr wenig Hilfe bedacht wird. Das sprach dafür.“

Wir sind auch sehr dankbar für all die andere Unterstützung, die wir erhalten, um die Ausgaben für die Arbeiter und unser Team zu decken. Wir fanden Paten-Eltern für fast alle 120 Kinder, die diese Schule besuchen wollen. Ein paar fehlen aber noch. Lasst uns gemeinsam alles tun, was wir können, um diesen kostbaren Menschen in den Dörfern Hoffnung für ein besseres Leben direkt vor Ort zu geben, damit sie nicht weglaufen und mit mehr Problemen in den Städten landen.

Unsere Jahresberichte

 Am Rande der Lehmstraße stehen vereinzelt kleine Stände, die getrockneten Fisch und manchmal etwas Gemüse und Obst verkaufen.  

Mushapo – Ein Dorf-Portrait

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