18Juli2018

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Mit unseren Jahresberichten geben wir seit 2000 jährlich einen Überblick über die Fortschritte unserer Projekte. Neben zusammenfassenden Berichten zum aktuellen Projekt umfasst diese Rubrik auch bereits abgeschlossene Projekte. Dadurch wird der Werdegang der „Aktiven Direkt Hilfe“ in Afrika nachgezeichnet. Zu unserem aktuellen Projekt veröffentlichen wir zusätzlich regelmäßig die neusten Entwicklungen im Detail.

Jahresberichte
Mär 2004

Hinter den Kulissen

Die ersten Schritte in einem Land das vom Bürgerkrieg schwer gezeichnet wurde, sind für uns nur möglich, da wir immer wieder unerwartet Unterstützung bekommen. Viele hören von unserer Arbeit und wollen uns dabei helfen. Langsam findet sich unser Team in Kinshasa zusammen und wir können uns langsam dem „Alltag“ der Hilfeleistung widmen.

Wir kommen gerade zurück von einer Erkundigungsreise in den Nordwesten des Kongo, in Mbandaka. Der schreckliche Bürgerkrieg wütete am schlimmsten im Norden und Osten des Landes. Obwohl die Lage wegen weiteren Unruhen am schlechtesten im Osten aussieht, entschlossen wir uns erst mal im Norden zu helfen, da der Osten die weitaus größte Hilfe von vielen internationalen Organisationen und Finanzen erhält, während der Norden wenig Hilfe empfängt. Bevor wir näher ins Detail gehen, möchten wir Euch ein wenig Einblick geben, was alles hinter unserer Arbeit steckt, besonders beim Aufbau einer neuen Missionsstation.

Als wir im letzten Sommer zum ersten Mal hier landeten, um die Situation kennen zu lernen, kannten wir buchstäblich keine Seele. Nur durch ein Wunder trafen wir eine Woche vor unserem Abflug in Kamerun einen Kongolesen, der uns Kontakt zu einem seiner Freunde in Kinshasa gab. Dieser liebe Mensch empfing uns nicht nur am Flughafen, sondern öffnete auch sein Haus für unser Dreierteam. Wir wohnten die ersten Wochen mit insgesamt zwölf Personen in seinem kleinen Haus, er gab uns Essen und half uns einen guten Start hier zu bekommen.

Kurz vor unserer Rückkehr in den Kongo im Oktober passierte ein weiteres Wunder. Missionarsfreunde von uns in Europa trafen “zufällig” eine Kongolesin, die anbot, dass wir in ihrem Haus in Kinshasa unterkommen könnten. Als wir später bei ihrer Familie anklopften mit nur ihrem Namen als Referenz, stimmten sie sofort zu, dass wir in einem separaten Zimmer in ihrem Haus für einen Monat leben konnten. So liebe und gastfreundliche Menschen!

Dann ging es darum ein geeignetes Zuhause für unser zukünftiges Team zu finden. Alle sagten uns, dass es die ungünstigste Zeit wäre, in Kinshasa ein Haus zu mieten, da die Mietpreise in den letzten Jahren ins Unerschwingliche gestiegen sind. Wir brauchten also wieder ein Wunder: einen Platz, der sicher gelegen sein sollte, nicht zu teuer und nahe zum Zentrum, denn Kinshasa ist sehr groß und wir haben noch kein Auto. Und genau das gab uns der Herr! Das Haus liegt im besten Stadtteil und das zu einem symbolischen Mietpreis, da die Hausbesitzer unsere Arbeit unterstützen wollen und es am Haus viel zu tun gab.

Die Lage ist so günstig, dass wir gerne die nötigen Reparaturen übernahmen, das Dach abzudichten, ein Badezimmer mit Toilette und die Küche völlig neu einzurichten, Wasseranschluss zum Haus herzustellen, Stromversorgung zu überholen usw. Wir brauchten ein gewisses Minimum an Mobiliar, bis mehr Sachen im Container kommen, mussten die besten Plätze und Preise zum Einkaufen finden und hatten all die vielen kleinen Jobs, die zum Aufbau einer neuen Basis gehören. Ein weiterer wichtiger Aspekt unsere Arbeit war die Vorbereitung für die Containerverschiffung.

Es kostete viel Zeit, Recherchieren, Beten, Planen, Kontakte knüpfen, neue und bessere finden usw. Nach langem Hin und Her haben wir wohl den besten Weg gefunden die Zollfreiheit zu bekommen. Dann suchten wir den sichersten und günstigsten Weg den Container vom Hafen in Matadi nach Kinshasa zu bringen, was sehr teuer kommt wegen den hohen Transportkosten, Hafen- und “Kontroll-” Gebühren usw. Gleichzeitig kümmern wir uns um die Vorarbeit zur Verteilung: wo wird unsere Hilfe am dringendsten gebraucht, wem kann man vertrauen und wer kümmert sich gut um unsere Rollstühle, Nähmaschinen und Computer usw. Dies betrifft besonders die komplette Zahnarztpraxis und Schusterwerkstatt Ausrüstung.

Dazu kommen legale Papierarbeiten wie Visa Verlängerungen und Verbindung zu einer passenden örtlichen Organisation finden, mit der wir zusammenarbeiten können. Unser Team kam langsam zusammen und musste eingearbeitet werden und sich an die neue Situation gewöhnen. Und weitere Mitarbeiter sind erwartet. Jeden Sonntagnachmittag haben wir ein Treffen für Leute, die mehr über die Bibel wissen wollen oder andere Fragen über das Leben und den Glauben usw. haben. Auch dazu musste ein geeigneter Platz gefunden werden. Wir besuchen Leute, und Besucher kommen zu unserem Haus, wenn sie nicht zum Sonntagstreffen kommen können oder mehr persönliche Aufmerksamkeit brauchen. Zwischendurch Rundbriefe schreiben, beste Emailverbindung finden. Email? Ach so ja, die warten ja auch schon lange auf eine Antwort. Könnt Ihr Euch ein bisschen ein Bild machen von dem, was wir so alles “hinter den Kulissen” erleben?

Zurück zu unserer Einleitung: in Mbandaka sprachen wir mit verschiedenen UN- und örtlichen Organisationen, um herauszufinden, wo in ihrer Umgebung die größte Not für unsere Hilfsgüter liegt. Es gibt so viele, denen wir gerne helfen möchten, aber unsere Mittel sind begrenzt und wenig im Vergleich zu der riesigen Not. Nach mehreren Tagen Recherchieren trafen wir Seraphin von der OCHA – UN Büro für Koordination humanitärer Hilfe. Er sieht seine Arbeit nicht wie einen gewöhnlichen Job an, sondern war bereit sich auch außerhalb seiner Arbeitszeit Zeit mit uns zu nehmen. Wir planen uns auf der nächsten Fahrt anzusehen, was er uns beschrieben hat: im nördlichsten Teil des Kongo leben Tausende von Menschen im Wald, wohin sie im Krieg vor den Rebellen flohen, und von wo aus sie nirgends hingehen können, da sie keine Kleidung mehr haben!

Unser Plan: um Abuzi herum leben ca. 6500 dieser Vertriebenen und Vergessenen in zehn Camps im Wald. Wir wollen unsere Kleidung, Laken und Schuhe dort an die Bedürftigsten, wie z.B. die Alten, Witwen und Kinder verteilen, damit sie wieder in ihre Dörfer zurückkehren können. Seraphin war besonders davon angetan, dass wir ihnen nicht nur physisch, sondern auch geistig helfen wollen. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass Menschen in solchen Härtefällen besonders viel Ermutigung und neue Kraft von Oben brauchen. Für all dies benötigen wir Eure weiteren Gebete und Unterstützung, ohne die wir es nicht schaffen können, herzlichen Dank!

Vielleicht habt Ihr in den Nachrichten gehört, dass hier zwischen rivalisierenden Gruppen in verschiedenen Teilen des Landes sporadisch Kämpfe ausbrechen. Wir bitten Euch weiter mit uns für den Friedensprozess in diesem unruhigen Land zu beten.

Unsere Jahresberichte

Mitunter der größte Hinderungsgrund für einen Schulbesuch der Kinder stellt die große Armut der Eltern dar. Sie haben so wenig Geld, dass sie die Schulgebühren oft nicht bezahlen können. Deshalb ist unsere Schule in Mushapo kostenlos.

Unsere Zielsetzung – Schulbildung ermöglichen

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