17Juli2018

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Mit unseren Jahresberichten geben wir seit 2000 jährlich einen Überblick über die Fortschritte unserer Projekte. Neben zusammenfassenden Berichten zum aktuellen Projekt umfasst diese Rubrik auch bereits abgeschlossene Projekte. Dadurch wird der Werdegang der „Aktiven Direkt Hilfe“ in Afrika nachgezeichnet. Zu unserem aktuellen Projekt veröffentlichen wir zusätzlich regelmäßig die neusten Entwicklungen im Detail.

Jahresberichte
Nov 2000

Weitere Verteilung der Hilfsgüter

Weitere Verteilung der Hilfsgüter in Conakry mit Hilfe von „Handicap International“ und „ADRA Guinea“ an Unterprivilegierte in Conakry.

 Diesmal gibt uns Marianne einen kleinen persönlichen Eindruck von dem, was sie erlebte und wie die Verteilung der zweiten Hälfte unseres Containers in Conakry verlief:

„Es fällt mir nicht leicht, all meine Gedanken und Gefühle von meiner Zeit in Afrika in ein paar Paragraphen wiederzugeben. Wenn ich zurückschaue, sehe ich all die dankbaren Gesichter vor mir, die es kaum glauben konnten, dass das, was wir dort für sie taten, einfach ein Geschenk von einem Gott war, der sie liebt und sich um sie sorgt. Ich fühlte mich privilegiert, dass ich diese Freude, welche in meinem Leben so reichlich vorhanden ist, mit so vielen anderen teilen konnte.

Zusammen mit meiner Freundin Maria und ein paar anderen Freunden arbeiteten wir mit der Organisation ADRA Guinee. Sie gab uns Listen der Ärmsten in den 13 bedürftigsten Stadtteilen von Conakry, und wir verteilten die humanitäre Hilfe so, dass jede Familie etwas bekam. Wir hatten einen kleinen Sack mit Hilfsgütern für jede Familie vorbereitet, ungefähr 30 Säcke pro Stadtteil.

Diese Säcke gaben wir meistens dem Großvater oder der Großmutter der Familie, weil sie die Einzigen zu Hause waren. Die Eltern wandern in der Stadt herum, um Arbeit zu finden. Ihr „zu Hause“ besteht meistens aus einem 9 m² Zimmer, manchmal sogar noch kleiner, ohne Strom, mit ihren wenigen Habseligkeiten vollgestopft. Man kann sich schwer vorstellen, wie die sehr großen Familien auf so einem engen Raum leben können. Oftmals mussten wir auf ganz engen Wegen mit einem offenen Abwasserkanal in der Mitte laufen, um zu den Baracken zu kommen. Kurz zusammengefasst, die Lebensbedingungen waren sehr schockierend!

Die vielen Kinder folgten uns voller Freude, um etwas Unterhaltung zu haben! Sie sagten uns ihre Namen und ihr Alter und zu welcher Familie sie gehörten. Mehrmals waren fünf oder sechs Kinder unter der Gürtellinie von der selben Familie! Die Leute schätzten es sehr und zeigten uns ihre Dankbarkeit bis zum letzten Moment. Da die meisten kein Englisch oder Französisch sprachen, mussten wir einen Übersetzer haben. „Sesemara“, (willkommen) und „al ham del allah“ (gepriesen sei Gott) waren ein paar Ausdrücke, die Maria und ich schnell lernten.

Als wir in Lambanya die Hilfsgüter verteilten, lachten die Leute voller Freude über unsere Versuche Susu zu sprechen. Die Verteilung fand während des „Ramadan“ statt, der Fastenzeit des Islam. In dieser Zeit helfen Moslems den Armen als Symbol für ihre Gaben an Gott. Wir verteilten auch Hilfsgüter und Literatur an die Flüchtlinge von Sierra Leone, die Tag und Nacht vor ihrer Botschaft auf der Straße warteten, bis das nächste Boot sie in ihr Heimatland in ein neues Lager brachte.

Auch wenn meine Arbeit im großen Ganzen nicht viel verändert haben mag, so habe ich wenigstens einigen Leuten ihr Leben etwas verbessern und erleichtern können. Schweiß und Mühe, Malaria und Diebstahl, all die Probleme sind es wert gewesen, und ich vermisse schon mein geliebtes Afrika. Ich kann kaum warten zurückzukehren und mehr Menschen zu helfen.“ Wir leben wirklich in verschiedenen Welten auf diesem Planeten, und es ist manchmal kaum zu glauben, wie verschieden sie sind. Jedenfalls versuchen wir soviel Verständnis und Überbrückung zwischen reich und arm herzustellen wie wir nur können.

Mit 27 Rollstühlen und vielen anderen Hilfsmitteln und dringend benötigten medizinischen Artikeln – insgesamt über 60 Kubikmeter Hilfsgüter – war unser erster Container ein Anfang. Inzwischen bereitet sich Marianne auf ihre Mittlere Reife vor, und ich bin unterwegs, um neue Hilfsgüter und Unterstützung für den nächsten Transport zu bekommen. Bei der Gelegenheit versuchen wir die ganze Sache so aufzubauen, dass ich in Zukunft mehr Zeit in Afrika investieren kann und weniger Zeit hier mit dem Einsammeln und Organisieren in Deutschland verbrauche.

Ein großer Teil meiner Arbeit besteht im Moment darin, regelmäßige Unterstützung für die Transporte und die Arbeit in Afrika aufzubauen. Die Materialien kommen erfahrungsgemäß leichter zusammen, aber uns fehlen noch die nötigen Finanzen und Kontakte für die Verschiffung der Hilfsgüter und unsere Arbeit drüben. Der letzte Container wurde von einer großzügigen Firma einmalig gesponsert, sonst hätten wir die ganze Aktion überhaupt nicht durchziehen können.

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