19November2018

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Mit unseren Jahresberichten geben wir seit 2000 jährlich einen Überblick über die Fortschritte unserer Projekte. Neben zusammenfassenden Berichten zum aktuellen Projekt umfasst diese Rubrik auch bereits abgeschlossene Projekte. Dadurch wird der Werdegang der „Aktiven Direkt Hilfe“ in Afrika nachgezeichnet. Zu unserem aktuellen Projekt veröffentlichen wir zusätzlich regelmäßig die neusten Entwicklungen im Detail.

Jahresberichte
Jul 2003

Restliche Verteilung und weitere Pläne

Verteilung von Hilfsgütern an die Pygmäen – darunter viel medizinisches Material. Für unsere zukünftige Arbeit in dem wohl ärmsten Land der Welt – dem Kongo haben wir Vorbereitungen getroffen. Wir haben eine kurze Reise unternommen um dort Kontakte zu knüpfen, denn ohne wohlwollende Hände sind kleine Organisationen dort zum Scheitern verurteilt.

Während die Pygmäen die ärmsten Leute auf dem Lande sind, die unsere Kleidung und Schuhe mehr als alle anderen brauchten, verteilten wir unsere anderen Hilfsgüter an die Notdürftigsten in den beiden Großstädten Douala und Jaunde. Dabei ging es uns darum, dass diese so vielen Menschen wie möglich zukamen, weshalb wir Institutionen auswählten, wo gleich mehrere guten Gebrauch davon machen konnten.

Wir verteilten 15 Rollstühle, 9 Toiletten- und Duschstühle, 15 Paar Krücken, 16 Gehhilfen, 4 Computer, 4 Fahrräder, 5 Nähmaschinen und Werkzeuge an ein Altenheim, zwei Behindertenheime, eine Ausbildungsstätte für 300 unterprivilegierte Mädchen und vier Waisenhäuser. Verschiedene medizinische Hilfsmittel gingen an ein Krankenhaus und drei Kartons Brillen an Ärzte, die diese ordnungsgemäß an Unterbemittelte verschreiben.

Bei dieser Verteilung und den vielen Vorbereitungen dazu waren wir sehr dankbar für den persönlichen Einsatz von Allain Eloumndene, einem ehemaligen Deutschlehrer, der als persönlicher Sekretär der Sozialministerin viel Zeit und Mühe opferte, um uns zu helfen dieses komplizierte Projekt durchzuführen. So eine Verteilung in Afrika zu organisieren ist ein Kunststück für sich, da es außer dem großen Papierkrieg auch eifersüchtige und gierige Leute gibt, die einem die Arbeit erschweren, wenn sie merken, dass wir ihre Korruption nicht unterstützen.

Im Container konnten wir auch über hundert neue Bibeln und viele Kartons hilfreicher Lehrmittel, christlicher Literatur, Traktate, Bücher und Kassetten von “Activated” mitschicken, die eine große Hilfe für viele Kinder, Schulen und andere Interessierte sein werden für ihre geistige Weiterbildung und persönliche Beziehung zum Herrn.

Unsere Verteilung an die Pygmäen wurde von einem nationalen Fernsehteam aufgezeichnet, was uns für ein paar Tage im Busch begleitete, und der Film ist schon mehrmals zu Spitzenzeiten gesendet worden. Einige von uns wurden des Öfteren auf der Straße erkannt, und es freut uns zu sehen, wie die Arbeit in Kamerun gut ins Rollen kommt.

Stefan und Annette mit Team wollen die Arbeit dort langfristig fortführen, während Lenka und ich schon seit langem den Wunsch hatten, eine weitere Missionsstation im Kongo aufzubauen. Schon vor 2 Jahren wollten wir von Sambia aus eine kurze Reise dorthin unternehmen, um die Situation näher kennenzulernen, aber es war noch nicht Gottes Zeitpunkt. Jetzt hat sich endlich eine Tür dazu geöffnet, und ich komme gerade von unserer ersten Fahrt dorthin zurück, während Lenka und Mathew noch einen Monat dort verbringen, um weitere Kontakte zu knüpfen.

Unser erster Eindruck bestätigte, wie nicht anders zu erwarten war, dass dieses von jahrelangem schrecklichem Bürgerkrieg zerrüttete Land unsere Hilfe mehr als alle anderen braucht. Man hört zwar im Moment auch mal hier etwas in den Nachrichten davon, aber die Menschen dort haben schon seit Jahrzehnten mehr gelitten, als wir uns vorstellen können.

Nach der Unabhängigkeit von Belgien kam erst Mobutus Diktatur und zwei verheerende Plünderungen 1991 und 1993 in Kinshasa, die das Land von einem relativen Reichtum, besonders für afrikanische Verhältnisse, praktisch über Nacht in große Armut stürzten. Seit 1998 herrscht dazu noch furchtbarer Bürgerkrieg mit all seinen schrecklichen Folgen, einschließlich ca. 3 Millionen Todesopfern, abgesehen von den vielen Flüchtlingen und Vertriebenen im eigenen Land, die alles verloren haben, und dem generellen wirtschaftlichen Zusammenbruch. In Kinshasa, mit ca. 6 Millionen Einwohnern, rechnet man ca. 80 % Arbeitslose, die wie überall in Afrika ohne jede staatliche Hilfe ums Überleben kämpfen müssen. In vielen Stadtteilen gibt es keinen Strom oder fließendes Wasser; viele essen nur einmal am Tag; Diebstahl und Korruption liegen entsprechend hoch. Es gibt ca. 10 bis 15 Tausend Straßenkinder, die aus verschiedenen Gründen kein Zuhause mehr haben und wie viele ehemalige Soldatenkinder ohne Schulausbildung einer dunklen Zukunft ins Auge schauen.

Trotz – oder wohl gerade wegen – dieser vielen Probleme fühlen wir uns dazu berufen diesen liebenswerten Menschen zu helfen. Es ist bestimmt die größte Herausforderung unseres Lebens, und wir beten, dass der Herr uns Seine Kraft, Leitung und ein gutes neues Team schenkt, um Seine Arbeit dort aufzubauen, wo wir für viele Jahre bleiben wollen. Trotz hoher Armut sind die Preise sogar noch höher dort als in den anderen afrikanischen Ländern, wo wir gelebt hatten.

So wollen wir Euch bitten, uns so viel wie möglich unter die Arme zu greifen, denn ohne Eure Hilfe von außen können wir dort nichts erreichen. Am besten wäre es, wenn Ihr uns per Dauerauftrag unterstützen könntet, denn die verzweifelten Menschen dort erwarten von uns mehr Hilfe, als wir es bisher irgendwo anders erlebt hatten, was man in ihrer schwierigen Situation auch gut verstehen kann.

Obwohl der Hafen dort in Matadi der teuerste in der Welt sein soll, planen wir wieder Hilfsgüter dorthin zu bringen, denn die Not ist unglaublich hoch. Außer der geistigen Stärkung und Ermutigung brauchen die Menschen dort alles, was wir mitbringen können. Vielen Dank schon jetzt für Eure Unterstützung dabei, wir schätzen es sehr!

Unsere Jahresberichte

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