22Mai2018

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Mit unseren Jahresberichten geben wir seit 2000 jährlich einen Überblick über die Fortschritte unserer Projekte. Neben zusammenfassenden Berichten zum aktuellen Projekt umfasst diese Rubrik auch bereits abgeschlossene Projekte. Dadurch wird der Werdegang der „Aktiven Direkt Hilfe“ in Afrika nachgezeichnet. Zu unserem aktuellen Projekt veröffentlichen wir zusätzlich regelmäßig die neusten Entwicklungen im Detail.

Jahresberichte
Nov 2004

Container Verteilung und neue Horizonte

Die politische Lage im Kongo ist nicht stabil. Dazu kommt, dass Lenka durch eine Unterleibsoperation in ihrer Gesundheit stark angeschlagen ist, was uns beides dazu bewegt, das Land vorübergehend zu verlassen. Glücklicherweise konnten wir einige Kongolesen ausbilden, die während unserer Abwesenheit die Arbeit in unserem Sinne fortführen werden.

Hin und wieder gibt es Schwierigkeiten bei der Verteilung von Hilfsgütern. Dazu kommt noch, dass die politische Lage im Kongo nicht mehr stabil ist. Den Ausländern wurde nahe gelegt das Land zu verlassen. Wir entschieden uns ebenfalls dafür. Glücklicherweise konnten wir einige Kongolesen ausbilden, die während unserer Abwesenheit die Arbeit in unserem Sinne fortführen werden.

Es war wie immer nicht einfach festzustellen, wo unsere Hilfsgüter am besten eingesetzt sind, denn diese Dinge werden hier so leicht missbraucht. Nach langen Untersuchungen, wer z.B. unsere komplette Zahnarztpraxis am effektivsten für die Armen benutzen würde, entschieden wir uns für die “Heilsarmee”, die sich hier seit Jahrzehnten um die Unterbemittelten kümmert. Sie freuten sich riesig über unsere wenig gebrauchte Ausrüstung, um ihr uraltes Model zu ersetzen.

Auch beim Rollstühle Verteilen gab es Schwierigkeiten. Einige Listen von Behinderten stellten sich als unvollständig bzw. falsch heraus. Andere örtliche Hilfsorganisationen waren so unorganisiert, dass wir nicht einmal eine verantwortliche Person finden konnten, die die Rollstühle richtig verwalten würde. Nach langem Suchen fanden wir das Behinderten-Heim „Kikesa“ in Ngafula und weitere elf Zentren der „Bondeko“ Dörfer, wo wir eine gute Liste ihrer ehemaligen Schüler bekamen – hauptsächlich Kinder. Sie haben auch therapeutische Zentren, wo sie sehr dankbar für unsere Gehhilfen waren. Sie bekamen auch unsere Schuhmachermaschine und vier Nähmaschinen. Drei weitere Nähmaschinen gingen an BICE, eine Organisation, die sich um Kinder und Mütter mit Babys im großen Gefängnis kümmert.

Die Kleiderverteilung im Norden des Landes konnten wir leider nicht durchführen, da die UN nicht mehr dorthin fliegt und es zu umständlich und gefährlich ist, die Hilfsgüter auf dem Wasser- und Landweg zu transportieren. Wir wurden vor diesem Unternehmen gewarnt, da die Soldaten in dieser Gegend, ehemalige Rebellen, schon lange nicht mehr bezahlt werden und solche Transporte leicht plündern könnten.

So entschlossen wir uns die 400 Bananenkisten mit Kleidung, Schuhen, Bettlaken, sowie Kochgeschirr und Werkzeuge in einem der ärmsten Stadtteile am Rande von Kinshasa, in Kisenso, zu verteilen. Pastor Theophile und seine Helfer leiten dort das Kinderheim SABEC. Sie kennen diesen Stadtteil sehr gut und stellten Listen von den ärmsten Witwen, alten Leuten, Waisen und minderjährigen allein stehenden Müttern auf. Diese Leute kamen alle ins SABEC, wo wir die Verteilung in Ruhe vornehmen konnten. Außerdem gingen dorthin zwei Nähmaschinen, ein Rechner und zwei Schreibmaschinen. Wir hielten wie immer eine Ansprache mit unserem speziellen Errettungsgebet und verteilten Traktate in der Ortsprache Lingala. Sie waren so dankbar für alles.

Ihr könnt Euch keine Vorstellung davon machen, unter welchen Umständen diese armen Menschen leben und mit welchen Schwierigkeiten sie ums Überleben kämpfen. Alleine dorthin zu kommen bei den “Straßenverhältnissen” ist ein Kunststück. Einige Wagen einschließlich unserem waren im Schlamm stecken geblieben, und bevor wir zurückkehren konnten, musste unser Fahrer etwas am Auto reparieren – bei Kerzenlicht im Dunkeln! Man kann die Leute nur bewundern, wie sie mit der Armut, dem Dreck und den einfachsten Mitteln Tagein Tagaus klarkommen. Ihr hättet das Zimmer sehen sollen, in dem während unserer Verteilung dort ein Baby entbunden wurde – unglaublich!

So liebenswert wie diese Menschen sind, so schwierig ist ihr Land! Einer unserer nahen Botschafter Freunde erzählte uns vor kurzem, dass die Sicherheitslage im Lande noch nie so schwach war wie heute, da es viele Fraktionen gibt, die sich gegenseitig bekämpfen und keine vertraut der anderen. Es gibt keine starke Hand und einige Soldaten nutzen dies aus und überfallen sogar Minister nachts in ihrem Wagen, um sie auszurauben.

Nach dem letzten Putschversuch wurden viele Menschen verhört und einige auch festgenommen, wobei die Behörden auch nicht vor Ausländern zurückschrecken, denn da gibt es mehr an Erpressungsgeldern zu holen. Dazu kommen die geplanten ersten Wahlen im nächsten Jahr, bei denen große Auseinandersetzungen erwartet werden. Keiner weiß, was passieren wird, wenn von den drei starken Rivalen – ein Präsident und zwei ehemalige Rebellenführer, z.Zt. amtierende Vize-Präsidenten – nur einer gewinnt, denn keiner will seine Macht verlieren.

Wir bekamen viele Hinweise, dass es für uns besser wäre, das Land zu verlassen. So schwer es uns fällt, all unsere Freunde stimmen mit uns überein, dass es die richtige Entscheidung ist. Wir sind sehr dankbar, dass wir ein paar Ortsansässige eingearbeitet haben, die unsere Missionsarbeit jetzt weiterführen können. Sie bekommen viel Lesematerial zum Verteilen und wir bleiben in Kontakt mit ihnen.

Zurzeit planen wir gerade unsere zukünftigen Schritte, um zu sehen, wo der Herr uns als nächstes einsetzen möchte. Wo immer wir hingehen, wollen wir weiter den Armen helfen und Gottes Liebe und Seine Botschaft an alle geben. Jesus fasste es in einfache Worte und es könnte eine Lösung für alle Probleme in der ganzen Welt sein, wenn es nur alle in die Tat umsetzen würden, nämlich Gott zu lieben mit ganzem Herzen und unseren Nächsten wie uns selbst (siehe Matthäus 22, 37-40).

Unsere Jahresberichte

 Kinshasa wächst an allen Ecken und Enden, da sich die Landflüchtigen dort niederlassen und auf ein besseres Leben hoffen. Doch stattdessen wachsen die Probleme in der Stadt! 

Der Verstädterung entgegenwirken – Hilfe für die Dörfer

Rundbriefe

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