05Oktober2022

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Was sind Vitamine fürs Herz? Zusätzlich zur physischen Hilfe ist für uns die geistige Unterstützung ebenso von großer Bedeutung. „Vitamine fürs Herz“ ist der Titel einer Reihe, in der wir monatlich neue Beiträge veröffentlichen. Die Vitamine sind Zusammenstellungen aus Textauszügen, die wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auf unserer Webseite präsentieren dürfen. Da wir von Lesern so gute Reaktionen darauf bekommen, möchten wir sie hier teilen und hoffen, dass sie so auch vielen anderen große Freude bringen können.
Vitamine fürs Herz

Einheit in Vielfalt

Wolfgang P. Schmidt:

Der eine meint, die moderne Datenübertragungsgeschwindigkeit 5G sei schlecht für die Gesundheit, der andere sagt, sie sei besser für sie. Der eine ist für die Regierung, der andere für die Opposition. Der eine ist für die Impfung und will, dass sich alle impfen lassen, der andere ist dagegen und will seine Entscheidungsfreiheit behalten. Der eine möchte Krippenszenen auf öffentlichen Plätzen sehen, die Europäische Kommissionversucht, Weihnachten abzuschaffen.

Beide Seiten sind überzeugt, im Recht zu sein. Wie gehen wir mit diesen Diskrepanzen um, wie reagieren wir auf die eine und dann auf die andere? Wie können wir uns versöhnen, Streit vermeiden und uns nicht aufregen? Wie können wir inmitten einer solchen Vielfalt Frieden und Einheit schaffen?

Mir ist aufgefallen, wie in Ländern mit mehr Demokratie und freier Meinungsäußerung die Spaltung zwischen den Bürgern so weit gehen kann, dass sie aggressiv und unangenehm wird, selbst zwischen Mitgliedern der eigenen Familie und Gemeinschaft.

Dieses Interview von Andy Stanley mit Sarah Anderson, der Autorin des Buches „The Space Between Us“, spricht über dieses Thema. Die Autorin, deren Familie in der höheren Politik tätig ist, beschreibt, wie Menschen sich sogar innerhalb ihrer eigenen Partei bekämpfen. Sie schlägt vor, wenn es in unserer eigenen Familie oder Partei eine Kluft gibt, sollten wir uns bemühen, der anderen Seite entgegenzugehen und zu versuchen, eine gemeinsame Basis zu finden.

Ich finde es großartig, dass jeder von uns seine eigene Meinung äußern kann, egal ob er links oder rechts steht, dafür oder dagegen ist, solange wir liebevoll vorgehen, einander Respekt entgegenbringen und Freundlichkeit, Takt und Toleranz walten lassen.

Die Goldene Regel ist ziemlich universell und wird von vielen Religionen befürwortet. Jesus drückte sie folgendermaßen aus: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Mat 7,12 ELB).

Wie können wir also Einigkeit in der Vielfalt erzielen? Es geht nicht darum, für alle die gleiche Meinung zu haben, sondern darum, zu versuchen, trotz unterschiedlicher Meinungen Einheit zu erreichen. Ich glaube, es ist eine Sache des Herzens, angefangen bei uns selbst. Was in unserem Herzen ist, kommt aus unserem Mund. Das gilt auch für das, was wir schreiben und online stellen.

Ich lerne, es langsam anzugehen, wenn ich eine E-Mail erhalte, die in mir eine starke gegenteilige Meinung zu einem bestimmten Thema hervorruft. Anstatt sofort auf diese E-Mail zu antworten, warte ich einen Tag oder länger. Ich frage mich, was ich damit anfangen soll. Soll ich überhaupt antworten? Wenn ja, was sollte ich sagen, was würdehelfen, Frieden und Einigkeit zu schaffen – trotz der Meinungsverschiedenheiten?

Es kann von Vorteil sein, der anderen Seite zuzuhören, konstruktive Kritik an meiner Meinung, an dem, was ich sage, tue oder schreibe, zu erhalten. Ich ziehe es vor, sie zu hören, bevor mein Standpunkt zu weit verbreitet ist, denn wenn er erst einmalveröffentlicht ist, kann ich ihn nicht mehr zurücknehmen und muss mich vielleicht später dafür entschuldigen. Wenn ich etwas schreibe, möchte ich vor der Veröffentlichung erfahren, ob ich Fehler gemacht oder etwas nicht klar ausgedrückt habe. Unser Gegenüberkann zu unserem Helfer werden.

Da Weihnachten vor der Tür steht, wurde ich an einen Vorfall im Ersten Weltkrieg erinnert, bei dem deutsche, französische und englische Soldaten für einige Zeit ihre Waffen niederlegten, um diesen besonderen Anlass zu feiern, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen. Der schöne Film „Joyeux Noel“ zeigt diesen „Weihnachtsfrieden von1914“, eine Reihe von weit verbreiteten inoffiziellen Waffenstillständen an der Westfront. Leider waren die Politiker und höheren Militärs nicht damit einverstanden und schickten Flugzeuge, um die Kämpfe wieder aufzunehmen.

Folgen wir dem Beispiel dieser friedliebenden Soldaten, legen wir die Waffen nieder in Worten und Taten und schließen uns dem gemeinsamen Ziel an, zusammenzuarbeiten und einander zu helfen, egal wie groß die Herausforderung auch sein mag. Können wir versuchen, über die Worte hinaus in das Herz der Person zu blicken, die eine so starke Meinung vertritt? Warum ist die andere Seite so aufgeheizt; steht Angst im Spiel; hat einer ihrer Angehörigen wegen eines kontroversen Themas gelitten oder ist sogar verstorben? Hinter einer Meinung steht immer ein Mensch, jemand, der leidet und Schwierigkeiten durchmacht wie wir. Das Leben kann hart sein, warum sollten wir es unseren Mitmenschen noch schwerer machen?!

Wir müssen uns nicht von den Medien oder anderen Dingen so aufhetzen lassen, dass wir das Herz des Menschen vor uns aus den Augen verlieren. Wir können vielmehr den liebevollen Weg wählen. Gott liebt jeden Menschen, auch diejenigen, die für uns persönlich eine Herausforderung darstellen können. – Lasst uns die Goldene Regelanwenden!

Copyright © 2021 Aktive Direkt Hilfe e. V.



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