20August2018

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Mitten im Nirgendwo

Von Melanie Bödeker & Jens Ottinger:

Aus der Sicht von jemandem der kam um wieder zu gehen, kann ich dennoch nur schwerlich nachvollziehen, was es wohl bedeuten muss, zu kommen um zu bleiben.

Wir starteten am 22. Februar 2011 pünktlich von Basel nach Kinshasa, um dort zwei Monate lang ADH bei ihrem neuen Schulprojekt in Mushapo zu unterstützen. Nach zehntägigem Aufenthalt und einer turbulenten Eingewöhnungsphase in der Hauptstadt an Klima, Mücken, Essen, Land und Leute machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Mushapo, um dort bald mit der Planung des Schulbaus zu beginnen. Schnell merkten wir spürbar, was es bedeuten sollte, alle Annehmlichkeiten hinter sich zu lassen und für mehrere Wochen im Landesinneren des Kongos zu leben.

In Mushapo kamen wir in einem Camp des Landwirtschaftsunternehmens SADR unter - im Gegensatz zu den Meisten vor Ort in großem „Luxus“: Wir wohnten in einem umgebauten Frachtcontainer und hatten somit ein wasserdichtes Dach über dem Kopf. Außerdem bekommen wir jeden Tag mehrmals etwas zu essen und genügend Wasser zu Verfügung gestellt. Sogar einen Stromgenerator gibt es. So haben wir sogar im „Busch“ langsames Internet und Klimaanlage. Allerdings läuft der Generator nur, wenn die Mühlen von SADR Maniok zu Mehl verarbeiten – also ca. 2 Stunden pro Tag. Danach ist wieder schwitzen angesagt bei ca. 35 Grad Celsius im Schatten.

Die Menschen in Mushapo leben in einfachen selbstgebauten Hütten aus Holz und lehmiger Erde mit Strohdächern. Jeden Tag machen sie sich erneut auf die Suche nach Arbeit. Bis zu 55 Kilometer gehen sie zu Fuß in die große Kreisstadt Tshikapa, um Waren zu kaufen und verkaufen. Trotzdem haben sie kaum etwas zu essen und müssen tagtäglich mit Krankheiten kämpfen.

Umso wichtiger ist es, den Menschen in Mushapo Hoffnung und Perspektiven zu geben. Bildung ist für die meisten Menschen der Grundbaustein für Veränderung und für eine bessere Zukunft: Deshalb eine Schule im „Busch“...

So treten wir also den Dorfbewohnern mit großem Enthusiasmus gegenüber und überlegen, wie wir den Schulbau  unter den schwierigen Rahmenbedingungen am besten umsetzen können.  Schnell wurde uns bewusst, dass wir unsere europäische Sichtweise und Erwartungshaltung  ablegen müssen.  „Gott hat den Europäern die Uhr geschenkt und den Afrikanern die Zeit“ – ein Sprichwort, an dem wohl etwas Wahres dran ist. Die Planung für den Schulbau ging viel langsamer voran wie wir erwarteten und oftmals mussten wir auch Rückschläge einstecken, da alles anders kam, als geplant. Doch auch wenn wir nur mit kleinen Schritten vorwärts kamen, so legten wir doch die ersten Schritte gen eigentlichen Schulbau hinter uns.  

Wir lernten von Tag zu Tag mehr, uns den Menschen und der Situation anzupassen und öffneten unsere Augen für ganz neue Dinge. Uns wurde bewusst, wie unwichtig materielle Dinge im Leben sein können und wie sehr man sich über scheinbar banale Dinge freuen kann. Lachenden Kindern beim Spielen zuzusehen waren wohl die  schönsten Augenblicke. Trotz vieler schwieriger und trauriger Momente ist unser Aufenthalt in Mushapo mit Sicherheit eine der wichtigsten Erfahrungen in unserem Leben gewesen.



 Dem Human Development Index (2012) der UN zufolge hat der Kongo DRC weltweit mitunter den niedrigsten Lebensstandard. 

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